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Pyewacket – Tödlicher Fluch

Nicht ganz gelungenes Teenie-Horror-Drama

Kanada 2017

Regie: Adam McDonald    

Laufzeit: 88 Minuten

 

Handlung: Teenagerin Leah ist von Okkultismus und „all things gothic“ fasziniert. Da ihr Vater vor Kurzem verstorben ist, ist die Tendenz zum Schattigen verständlich. Auch dass die Mutter scheiße drauf ist und in ein neues Haus ziehen will, kann ihr keiner verdenken. Am neuen Ort kommt es zu einem schlimmen Streit zwischen Leah, die nun ihre Freunde kaum noch sehen kann, und der Mutter, die die Gruftivögel eh für schlechten Umgang hält. Die Mutter wird in der Auseinandersetzung sehr fies und verletzend. Aufgewühlt rennt Leah in den nahen Wald und beschwört per Ritual kurzerhand einen Dämon. Der will seinen Aufenthalt in der Menschenwelt natürlich nicht für nette Dinge nutzen. 

  

Besprechung: Nachdem mir „Backcountry“ von Adam MacDonald richtig gut gefallen hat, habe ich nach weiteren Horrorfilmen von ihm Ausschau gehalten und bin so auf „Pyewacket“ gestoßen. Trauernde Teenie-Okkultistin mit Mutterproblemen – das klang interessant. Und tatsächlich spielen Nicole Muñoz als Leah und Laurie Holden als die Mutter auch gut genug, um der Story Glaubwürdigkeit und Tiefe zu verleihen. Gerade Holden als gleichzeitig abstoßende, verzweifelte und dann auch wieder tapfere und liebenswerte Mutter legt hier eine richtig gute Performance hin. Leider ist das aber schon das Beste, was ich über den Film sagen kann.

 

Die Schauwerte fallen in „Pyewacket“ ziemlich übersichtlich aus. Es gibt ein paar einfallsreiche Schnitte, zwei bis drei gute Dämonenerscheinungen, einen amtlich inszenierten Beinahe-Autounfall und ein ansehnliches Haus am Waldrand. Das war es allerdings mit den optischen Highlights, der Rest sieht weitgehend aus wie ein etwas stumpfer Fernsehfilm, der kein Geld für gute Ausleuchtung oder ein ansprechendes Colourgrading hatte. Vielleicht soll auch alles so trist-realistisch aussehen, aber mir hat das nicht gefallen. Auch nervt mich das abgenutzte Stilmittel, die Musik bei spannenden Sequenzen anschwellen zu lassen, und dann Schnitt und der Sound verhallt. Dabei ist die Musik ansonsten gar nicht übel und schwankt zwischen funktional und einfallsreich, was man auch über die Kameraarbeit von Christian Bielz sagen kann. Auch wenn letztere mir manchmal etwas zu „dynamisch“ ist und bei „Backcountry“ besser gefallen hat.

 

Der Film nimmt sich durchaus Zeit, seine Charaktere darzustellen und nimmt diese in ihrem Schmerz und ihrer Einsamkeit auch ernst. Die zentrale Entscheidung von Leah kann ich aber leider nur schwer nachvollziehen und finde auch ihren Freundeskreis zwar einerseits realistisch und solide gespielt, aber andererseits auch in manchen Momenten sonderbar egoistisch und unsolidarisch. In meinen Augen verrät das Drehbuch – geschrieben von Regisseur MacDonald himself – hin und wieder seine Figuren, um den Plot voranzutreiben: ein Merkmal mittelmäßiger bis schlechter Filme. Wäre dies hier ein günstiger gedrehter Funsplatter wäre das egal, aber bei einem Horrorfilm mit starkem Psychodrama-Einschlag ist die Plausibilität der Figuren natürlich essentiell wichtig, wenn die Geschichte nachhaltige Wirkung erzeugen soll. Auch der finale Plottwist ist in meinen Augen keiner, weil er völlig klar auf der Hand liegt. So bleibt „Pyewacket“ ein Film mit guten Ansätzen, gutem Schauspiel und einigen starken Szenen. Im Gesamten kann ich ihn aber leider nur als mittelmäßig bewerten und daher auch nur bedingt empfehlen.  

 

Trivia: Der Name „Pyewacket“ stammt aus dem Pamphlet„The Discovery of Witches“ aus dem Jahr 1647, in der der berüchtigte britische Hexenjäger Matthew Hopkins behauptet, Hexen in der Grafschaft Essex verhört zu haben. Eine Hexe nennt darin zahlreiche Vertraute, darunter den Geist Pyewacket, der ihr in Gestalt einer Art Tier erschien.

 

Horrorfans kennen Laurie Holden wahrscheinlich durch ihre Rolle als Andrea in „The Walking Dead“ oder aus Filmen wie „Silent Hill“ oder „Der Nebel“.  Nicole Muñoz wiederum dürfte als Hermila aus der Serie Hemlock's Grove oder ihre Kinderolle in “The Tooth Fairy” (2006) bekannt sein.

 

An den Kinokassen war „Pyewacket“ ein krasser Flop und spielte gerade mal 166.000 Dollar ein. Die Kritik war dem Film hingegen mehrheitlich wohlgesonnen. Auf rotten tomatoes sind von 32 Kritiken 84 Prozent positiv.

 

Die Ohrringe, die Leah meistens trägt, haben die Form eines altägyptischen Ankh, das als Symbol für Schöpfung und ewiges Leben bekannt ist. 

 

IMDB: 5.8 von 10

Letterboxd0-Rating: 2.9 von 5                                                                                                      

Hopsy-Rating: 2.5 von 5

 

 

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