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Backcountry – Gnadenlose Wildnis

Fesselnder Trip in die Wildnis  

USA 2014

Regie: Adam McDonald    

Laufzeit: 92 Minuten

 

Handlung: Alex will seiner Freundin Jenn einen besonderen Wanderpfad durch die kanadische Wildnis zeigen. Sie ist nicht ganz so begeistert wie er, folgt ihm aber ins Abenteuer. Das führt in ein menschenleeres Territorium, in dem ein hungriger Schwarzbär wenig Hemmungen kennt. 

  

Besprechung: Ein Paar – ein Bär. Wie will man mit der Konstellation 90 Filmminuten füllen? Ich finde es reizvoll, mir im Vorhinein diese Frage zu stellen und mich dann überraschen zu lassen, wie kreativ oder einfallslos ein Film diese Aufgabe löst. „Backcountry“ macht seine Sache gut. Zwar taucht der Schwarzbär erst nach gut der Hälfte der Spielzeit auf, davor sind aber andere Sachen spannend. Zum einen fand ich die Dynamik zwischen Alex und Jenn sehenswert: seine etwas übergriffige, dominante Art, ihre halbherzigen Versuche, denen etwas entgegenzusetzen. Und dann findet Alex seinen Meister in einem Mann, der sich als Ranger ausgibt und für einige in meinen Augen sehr spannende Momente des Films sorgt.

 

Der Bär wird sparsam, glaubhaft und sehr effektvoll in Szene gesetzt. Das Gleiche gilt für die Wildnis, die nicht kitschig oder kulissenhaft wirkt, sondern so, dass man sich mitten in ihr drin fühlt. Durch eigenwillige Schnitte, die oft etwas früher kommen als erwartet, und durch einen wabernden Score erzeugt „Backcountry“ früh ein Gefühl latenter Bedrohung und leichter Desorientierung. Missy Peregrym als Jenn und Jeff Roop als Alex unterstützen mit ihren gekonnten Darstellungen die glaubhafte Anmutung des Films, auch weil sie beide weder zu glatt noch zu unsympathisch sind, sondern tendenziell wie echte Menschen wirken, zwischen denen Spannungen und Fremdheit, aber auch Verbundenheit und Nähe herrschen. 

 

Der Film setzt seine Horrormomente sparsam ein und verstärkt gerade dadurch ihre Wirkung. Es gibt nicht viel Schreckliches zu sehen, aber wenn „Backcountry“ garstig wird, dann mit Überzeugungskraft. Die ist sogar so stark, dass in meinen Augen die letzten zwanzig Minuten darunter ein wenig leiden. Das Finale trägt zwar zur Glaubwürdigkeit des Films bei, es büßt aber auch an Tempo und Intensität ein. Zumindest habe ich das so wahrgenommen, obwohl natürlich durchaus noch etwas passiert. Ich habe dieses Etwas nur wie das Rauschen in den Ohren erlebt, nachdem der große Knall längst abgefeuert wurde.

 

Backcountry ist ein überdurchschnittlicher Survival-Horrorfilm, der für ein Regiedebüt erstaunlich selbstsicher und unaufdringlich inszeniert ist. Auf platte „der Mensch zerstört die Natur“-Botschaften oder spirituellen Tiefsinn wird ebenso verzichtet, wie auf ein trashiges Action- und jumpscare-Gewitter. Das ist ein angenehm schlichter und erstaunlich wirkungsvoller Film, der sich leider nur zum Ende hin etwas um seinen Effekt beraubt. 

 

Trivia: Der Film beruht auf wahren Ereignissen, änderte diese jedoch ab. Wer mehr darüber lesen will (Achtung Spoiler), findet hier einen erhellenden Artikel.

 

Die Handlung spielt sich im fiktiven „Nibookaazo Provincial Park“ ab. Der Name ist gegen Ende des Films an der Seite eines Kanus zu lesen. In der Sprache der nordamerikanischen Ojibwe-Ureinwohner bedeutet dies so viel wie „So tun, als ob man tot wäre-Provinz-Park“.

 

Kameramann Christian Bielz nutzte Breitbildlinsen, um hauptsächlich mit natürlichen Lichtquellen drehen zu können, ohne dass es stumpf und blass aussieht. 

 

Der Bär, der im Film zu sehen ist, ist ein echter Bär. Genauer genommen spielten zwei unterschiedliche Schwarzbären die tragende Nebenrolle in „Backcountry“.  

 

IMDB: 6 von 10

Letterboxd0-Rating: 2.8 von 5                                                                                                      

Hopsy-Rating: 3.5 von 5

 

 

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