Nerviger Big-Budget-Horror der frühen 2000er
• USA 2001
• Regie: Steve Beck
• Laufzeit: 91 Minuten
Handlung: Arthur Kriticos (Tony Shalhoub, u.a. „Monk“ und „The Marvelous Mrs. Maisel“) ist ein verwitweter Mathematiklehrer, der mit Mühe und Not und wenig Geld seine Kinder Kathy und Robby erzieht. Es kommt ihm durchaus gelegen, dass er von seinem plötzlich verstorbenen Onkel ein großzügig gestaltetes Anwesen erbt. Allerdings ist das Gebäude recht bizarr eingerichtet und enthält leider auch paranormale Insassen. Die Geisterschar, die aus Wesen wie „dem zerrissenen Prinzen“, „der verwelkten Liebenden“ oder „dem Schakal“ besteht, ist zum Glück in „Sicherheitskäfigen“ eingesperrt. Aber natürlich nur solange, bis ein geldfixierter Besucher sie aus Versehen freisetzt.
Besprechung: Es gibt diese Computerspiele, die alle wegen ihrer tollen Grafik loben. Aber auch nur wegen dieser. So ist auch die Optik bei
„13 Geister“ hollywood-hübsch, aber das „Spielprinzip“ altbekannt und nur halbherzig umgesetzt. Und so teuer der Film mit seinem Retro-Design auch aussieht: Gerade die Geister und durchaus
vorhandenen Splatter-Effekte wirken leider steril – wie so oft, wenn sich Produktionen der 1990er und 2000er stark auf CGI verlassen. Weitere Beispiele dafür sind etwa „Haunted Hill“ (USA 1999)
und „Ghost Ship“ (USA, Australien 2002). „13 Geister“ ist für mich aber der nervigste Vertreter dieser Art.
Das Overacting zum Beispiel von Matthew Lillard („Scream“) ist in meinen Augen weder lustig noch anderweitig hilfreich für den Film. Die Figurenzeichnung ist generell weder wirklich
humorvoll-ironisch, noch irgendwie plausibel und stimmig. Das Verhältnis von Arthur Kriticos zu seiner quasi-erwachsenen Tochter Kathy berührt spätestens heute unangenehm, so wie generell die
sexualisierenden Tendenzen des Films cringe sind. Das geerbte Anwesen ist zwar aufwendig und eindrucksvoll in Szene gesetzt, sieht in meinen Augen aber trotzdem irgendwie scheiße aus. Nichts
daran hat meine Phantasie angeregt. Und die 13 Geister mit ihren Hintergrundgeschichten sind leider zu viele, als dass ich mich auf einen davon näher einlassen konnte. So verkommen die
Schreckgestalten zur von nervigen flash frames und albernen jumpscares durchsetzten Nummernrevue. Immerhin wirft dieses Spektakel einige wenige erinnerungswürdige Szenen ab (Stichwort:
Glastür).
So bleibt ein Film, der für ein charmantes B-Movie viel zu teuer und kalkuliert inszeniert wurde, und der gleichzeitig für einen ernstzunehmenden Horrorfilm deutlich zu dämlich ist.
Die Familiendrama-Elemente beißen sich mit dem augenzwinkernden Ansatz, der sich wiederum mit der Fiesheit der Geister und der Härte einiger Effekte beißt. Möglicherweise gewinnt der Film, wenn
man ihn betrunken mit Freund*inne guckt, und 13 Jahre alt ist.
Trivia: Die im Film verwendeten Brillen sind eine Referenz an die Vorlage „13 Ghosts“ aus dem Jahr 1960, die in Deutschland unter dem Titel
„Das unheimliche Erbe“ in die Kinos kam. William Castle, der für solche Gimmicks bekannt war, bewarb den Film mit einer „neuartigen Illusion-O“ genannten Technik. Die Zuschauer*innen bekamen an
den Kinokassen spezielle Brillen mit einer roten und blauen Folie. In dem ansonsten schwarz-weißen Film waren die Geistererscheinungen blassblau coloriert. Sah man durch die rote Folie, wurden
die Geister erst richtig deutlich. Schaute man den Film hingegen durch die blaue Folie waren die Spukgestalten nicht zu erkennen.
Der Film hat in der Produktion 42 Millionen Dollar gekostet. Dazu kann man wahrscheinlich noch mal eine ähnlich hohe Summe als Werbungskosten dazu zählen. Entsprechend war er mit seinem
Einspielergebnis von 68 Millionen Dollar kein Erfolg.
Shawna Loyers spielt hier den Geist „Angry Princess“. Es dauerte jeweils fünf Stunden, ihr Make-up aufzutragen. Loyers hatte davor und danach keinerlei Filmrollen, brachte es aber durch ihre
Verkörperung des Geistes zu einer kleinen, treuen Kult-Anhängerschaft.
Im August 2023 kündigte Dark Castle Entertainment eine „Thirteen Ghosts“-Serie an. Diese soll ein Prequel zum Film sein und aus 13 Folgen bestehen, in denen jeweils das Schicksal eines der
Geister im Zentrum steht.
IMDB: 5.6 von 10
Letterboxd0-Rating: 2.7 von 5
Hopsy-Rating: 2 von 5

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