Kopf-aus-Film nach Computerspiel-Hit
• USA 2025
• Regie: David F. Sandberg
• Laufzeit: 103 Minuten
Handlung: Ein Jahr nach dem mysteriösen Verschwinden ihrer Schwester begeben sich Clover und ihre Freunde in das abgelegene Tal, in die junge Frau zuletzt gesehen wurde. Bei der Erkundung eines verlassenen Besucherzentrums werden sie von einem maskierten Killer verfolgt und einer nach dem anderen auf grausame Weise ermordet … nur um am nächsten Morgen wieder am Anfang desselben Abends aufzuwachen.
Besprechung: Sony ließ seinen eigenen 2015er Playstation-Hit „Until Dawn“ verfilmen und ließ dabei ein Budget von 15 Millionen springen.
Anstatt aber die eher wenig zwingende Geschichte des Spiels als Ausgangsbasis für einen halbwegs handelsüblichen Slasher zu nutzen, machten die Drehbuchautoren Gary Daubermann und Blair Butler
zusammen mit Regisseur David F. Sandberg etwas ganz Anderes aus der Vorlage. Der Clou des Spiels besteht darin, dass eine getötete Spielfigur wirklich tot ist und nicht „neu gestartet“ werden
kann. Theoretisch ist es möglich, alle acht spielbaren Charaktere lebend ans Ziel zu bringen, wahrscheinlicher ist aber, dass man bei den ersten Versuchen einen, mehrere oder auch alle
Spielfiguren verliert.
Im Film lässt sich diese Prämisse schlecht als etwas Besonderes verkaufen, und so gibt es hier ein Haus, in dem eine übernatürliche Zeitschleife am Werk ist: Die Charaktere werden ermordet und
kehren dann wieder in den Zustand kurz vor der Ermordung zurück. Das geht allerdings nicht ewig so weiter: Nach 13 Nächten sollen die jungen Menschen dann endgültig tot sein. Das wollen sie
natürlich verhindern. Dazu muss mindestens einer von ihnen die Nacht überleben.
Viele Fans des Spiels waren verblüfft (oft auch genervt), dass die Film-Adaption einen so eigenen Weg geht. Mir
selbst ist es egal, da ich das Spiel nur vom Hören-Sagen kenne. Ich finde die Sache mit dem Loop unterhaltsam, da sie ein einigermaßen originelles Bedrohungsszenario schafft und für einige, oft
überraschend grausame Tode sorgt.
Leider kann der Film das Potenzial der Idee nicht ausschöpfen, da er sich zunehmend in einem von lauten Effekten Buhei verliert, bei dem ich als Zuschauer das Gefühl für die Zeit und damit den Ernst der Lage verliere. Die abgegriffenen Horrorsounds und zahlreiche vorhersehbare jumpscares ersetzen eben keine packende Story. Wirklich schlecht ist der Film aber nicht. Wenn man keine Ansprüche an die Geschichte hat und sich keine Fragen stellt, ist das eine ziemlich unterhaltsame Angelegenheit. Die Charaktere sind einigermaßen okay und nicht völlig flach, die Musik ist gut, das Setting ansprechend und die oft praktischen Effekte saftig. Das ist ein Film, den man gut bei Bier und Chips mit ein paar Freund*innen sehen kann, ohne sich wirklich konzentrieren zu müssen.
Trivia: Die Filmmusik stammt von Benjamin Wallfisch, die Kameraarbeit von Maxime Alexandre. Beide haben schon öfter mit Regisseur Sandberg
zusammengearbeitet. Alexandre führte auch die Kamera bei einer anderen Computerspiel-Verfilmung, nämlich „Resident Evil: Welcome to Racoon City“.
Maxime Alexandre ließ den den Film in manchen Szenen so ausleuchten, dass dabei nachgeahmt wird, wie sich die menschlichen Augen an die Dunkelheit gewöhnen. So gehen in einer Szene des Films alle
Lichter aus, man sieht nichts mehr und die Protagonisten müssen Taschenlampen benutzen. Doch im Laufe der Szene wird es immer heller, da Maxime Alexandre die Szene immer weiter ausleuchtet.
Gedreht wurde „Until Dawn“ innerhalb von zwei Monaten in Budapest.
Die einzige Figur im Film, die einen Charakter aus dem Spiel verkörpert ist der Psychiater Dr. Alan J. Hill (gespielt von Peter Stomare). Die Melodie, die Dr. Hill während des Films pfeift,
stammt von einem alten schwedischen Wiegenlied aus dem Jahr 1892. Der Text davon geht so:
Tula hem och tula vall,
tula långt åt mossen.
Kål fick jag när jag kom hem,
kål fick jag i påsen.
Mjölken var båd’ gul och blå,
osten såg jag lite å,
smöret smakte jag aldrig.
IMDB: 5.7 von 10
Letterboxd0-Rating: 2.5 von 5
Hopsy-Rating: 2.5 von 5

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