Serienkiller, Haie, Surfergirl
• USA, Australien, Kanada 2025
• Regie: Sean Byrne
• Laufzeit: 98 Minuten
Handlung: An der australischen Gold Coast betreibt der exzentrische Tucker eine Touristenattraktion: Zahlende Kunden können mit ihm auf seinem Boot rausfahren und sich aus einem ins Meer gelassenen Käfig heraus Haie ansehen. Tucker hat leider eine schwerwiegende Meise und verfüttert privat gerne junge Frauen an die missverstandenen Raubfische. Dann gerät er an die einzelgängerische Surferin Zepyhr.
Besprechung: Ich habe den Film bei Freunden auf ihrem großen Flachbildfernseher gesehen. Natürlich in HD-Optik. Und an die habe ich mich
noch nicht gewöhnt und werde mich vielleicht auch nicht mehr daran gewöhnen. Für mich wirken Filme in dieser hochauflösenden Präsentation immer billig. Auch hochwertige Produktionen
bekommen dabei in meinen Augen die Anmutung einer brasilianischen Telenovela. Auch habe ich Probleme, mich in das Geschehen fallen zu lassen, da es mir vorkommt, als würde ich ein
abgefilmtes Computerspiel angucken: flach, steril, ohne Tiefe. Es ist also möglich, dass ich „Dangerous Animals“ mindestens einen halben Punkt mehr gegeben hätte, wenn ich ihn mit meinem Beamer
aufs Laken projiziert hätte.
Auf den Film aufmerksam wurde ich durch gute Bewertungen meiner Horrorfilm-Homies auf letterboxd. Auch hat Wolf Speer im feinen „HorrOhr“-Podcast lobende Worte für „Dangerous
Animals“ gefunden. Und schließlich fiel bei einer kleinen Facebook-Abstimmung darüber, welchen Film ich als nächstes besprechen soll, die Wahl auf diesen Hybriden aus
Serienkiller-Thriller und Tierhorrorfilm mit Haien.
Ich selbst kann weder viel Gutes noch viel Schlechtes über „Dangerous Animals“ sagen. Jai Courtney hat in seiner Rolle als Tucker
eine beeindruckende physische Präsenz und strahlt eine bedrohliche Ruhe aus, aber wenn er redet, kommt nur Blech raus. Ja, genau das Zeug, das Serienkiller in mittelmäßigen
Filmen eben so erzählen. Man kann es Myers, Jason und Art nicht hoch genug anrechnen, dass sie die Fresse halten. Hassie Harrison als toughes Surfer-Girl mit Herz bietet eine ordentliche
Identifikationsfigur, mit der sich mitfiebern lässt. Dass sie mehr einsteckt als Bruce Willis in „Die hard“ und Rocky in allen seinen Boxfilmen zusammen – darüber kann man sich freuen
oder den Kopf schütteln. Meine Lieblingsszene hat zumindest mit einem Daumen zu tun.
Das ist wirklich kein schlechter Film: Pacing, Spannung, Settings, Musik, Gewalt – alles solide. Und die Haiszenen sind okay, für Haifans ist aber etwas wenig Hai im
Film. Und irgendwie ist das Ganze für eine Produktion von Regisseur Sean Byrne („The Loved Ones“, „Devil’s Candy“) so sonderbar glatt und handelsüblich. Als Partyfilm ist „Dangerous
Animals“ nicht krawallig und lustig genug und vielleicht manchmal auch etwas zu düster. Für einen effektiven Psychothriller wiederum ist der Film nicht deep genug und manchmal auch etwas zu
albern.
Kann man gut gucken, man sollte aber nicht zu viel erwarten. Leider auch keinen Heavy Metal wie in Byrnes beiden Vorgängerfilmen.
Trivia: Der Film, der bei einem Budget von 2 Millionen international über 9 Millionen einspielte, kam bei den Kritiker*innen gut
an. Auf Rotten Tomatoes werden 86 Prozent der 156 gelisteten Kritiken als positiv angegeben.
Anders als zum Beispiel in „Der weiße Hai“ (1975) wurden für „Dangerous Animals“ keine mechanischen Haimodelle verwendet. Alle Unterwasseraufnahmen stammen aus vorhandenem
Forschungsmaterial. Digitale visuelle Effekte wurden eingesetzt, um die Flossen über Wasser zu erzeugen, was eine präzise Positionierung erforderte und in der Realität nicht möglich
gewesen wäre. CGI wurde außerdem verwendet, um die Hintergründe, vor denen die Haie schwammen, zu verändern oder die Schauspieler*innen in bestehendes Hai-Material einzufügen.
Über seine Tanzszene erklärte Jai Courtney, er habe „alles geben müssen“, weil er sie nicht ständig wiederholen wollte. „Also habe ich mich einfach betrunken und es gemacht … heimlich
[mit dem Kameramann], ohne dass es jemand mitbekam […] Ich musste einfach drauflostanzen, es gab keine Choreografie.“
Im Abspann ist der Song „Dangerous“ von Ryan Bingham zu hören. Ryan Bingham ist mit Hauptdarstellerin Hassie Harrison verheiratet.
IMDB: 6.4 von 10
Letterboxd0-Rating: 3.0 von 5
Hopsy-Rating: 2.5 von 5

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