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28 Years Later: The Bone Temple

Spannende Fortführung der Trilogie

 Vereinigtes Königreich, USA 2026

 Regie: Nia DaCosta     

 Laufzeit: 109 Minuten

 

Handlung: Der junge Spike ist im postapokalyptischen Großbritannien auf sich selbst gestellt und hat keine andere Wahl, als sich dem Kult um den Satanisten Jimmy Crystal anzuschließen. Er und seine „Jimmies“ streunen durch die Überreste der Zivilisation und nehmen sich mit Gewalt, was sie wollen. Auch intern ist die sektenartige Gruppe gewalttätig: Treffen sie auf potentielle neue Mitglieder lassen sie diese gegen ein bestehendes kämpfen. Wer überlebt kommt in den Kult (oder bleibt darin). Dr. Ian Kelson, der einen Knochentempel zum Gedenken an die Toten errichtet hat, stellt unterdessen fest, dass einer der Alpha-Infizierten durchaus Chancen auf Heilung haben könnte. Natürlich geraten Kelson und die Jimmy-Sekte aneinander.

 

Besprechung: Das war eine positive Überraschung für mich. Denn weder hat mir „28 Years Later“ besonders gut gefallen, noch bin ich ein Fan von Nia DaCostas „Candyman“ (Kanada, USA 2021). Meine Erwartungen an den zweiten Teil der „28 Years Later“ Trilogie waren also nicht groß, und umso glücklicher kam ich aus dem Kino: Teil 2 hat es sogar geschafft, dass mir der erste im Rückblick besser gefällt, weil ich nun in dieser (etwas gamifiziert wirkenden) Postapokalypse besser drin bin und Interesse z.B. an Dr. Ian Kelson und dem weiteren Schicksal von Spike und den Infizierten entwickelt habe.

„The Bone Temple“ ist seinem Vorgänger in meinen Augen klar überlegen: weniger Ungereimtheiten, weniger tonales Durcheinander, weniger artsy-fartsy, keine nervige Musik der Hip-Hop-Band „Young Fathers“, mehr Spannung und Brutalität. Die Zombies bzw. Infizierten spielen als Bedrohung diesmal nur eine untergeordnete Rolle, sind aber durchgängig gut in Szene gesetzt (nicht durchwachsen wie beim Vorgänger). Die größte Gefahr geht nun vor allem von dem psychotischen Satanisten Jimmy (eindrucksvoll unangenehm gespielt von Jack O'Connell) und seiner Gruppe aus. Erinnerungen an die Droogies aus "A Clockwork Orange" werden wach: Der wieder toll verkörperte Spike (Alfie Williams) kann einem wirklich nur leidtun. Er steht diesmal allerdings weniger im Zentrum, dafür bekommt Ralph Fiennes als Dr. Ian Kelson mehr Aufmerksamkeit. Und er macht seine Sache ebenfalls sehr gut.

Nia DaCosta inszeniert diesen zweiten Teil der "28 Years Later" Trilogie straighter und mainstreamiger als Danny Boyles Vorgänger, aber auch hier gibt es Kauzigkeiten, die meist mit Kelson zu tun haben und in einer musikuntermalten Aufführung gipfeln, die man so im Kino auch noch nicht gesehen hat. Dabei muss man zur Kenntnis nehmen, dass der Film – ob bewusst oder nicht – hin und wieder mit einem Bein in der Albernheit steht. Wie beim Vorgänger ist die zweite Hälfte des Films leider behäbiger als die erste, und das Finale gerät eher skurril als wirklich mitreißend, aber alles in allem ist das ein gut gefilmter und gespielter, spannender und auch interessanter Film, der obendrein ein verheißungsvolles Ende bietet. Ich freue mich auf den dritten Teil.

 

Trivia: Dieser Film wurde gleich im Anschluss an seinen Vorgänger gedreht und konnte wie dieser auf ein Budget von gut 60 Millionen Dollar zurückgreifen. Das Drehbuch stammt wieder von Alex Garland.

Zur Ausrichtung des Films erklärte Ralph Fiennes in einem Interview, „The Bone Temple“ erkunde sowohl menschliche Gewalttäzigkeit als auch die angeborene Menschlichkeit inmitten von Brutalität und einer von Infizierten bedrohten Welt.. DeCosta erklärte, während es im vorherigen Film zunächst um das Wesen der Familie ging, würde es in „The Bone Temple“ um das Wesen des Bösen gehen, was dazu führen würde, dass der nächste Film sich mit dem Wesen der Erlösung auseinandersetzen würde. Man kann aus dem zweiten Teil aber sicher auch eine Vater-Sohn-Thematik herauslesen.

Wie im Vorgänger wird der von Dr. Kelson auf den Namen „Samson“ getaufte Alpha-Infizierte von Chi Lewis-Parry verkörpert. Lewis-Parry trug für seine Rolle einen Ganzkörperanzug aus Prothesen. Das Anlegen jedes Anzugs dauerte sechs bis acht Stunden und wurde von sieben Künstlern durchgeführt. Da der Anzug nur einmal verwendet werden konnte, wurde der Vorgang während der Dreharbeiten über 25 Mal wiederholt. Für Nahaufnahmen oder Aufnahmen bis zur Taille wurden einfachere Teilprothesen verwendet.

Die Stimme im Trailer stammt vom britischen Science-Fiction-Schriftsteller und Physiker Arthur C. Clarke und wurde seinem Auftritt in der BBC-Sendung „Horizon“ am 21. September 1964 entnommen.

 

IMDB: noch nicht vorhanden

Letterboxd-Rating: 3.9 von 5 (Stand 14.01.2026)                                                                                                      

Hopsy-Rating: 3.5 von 5

 

 

 

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